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BARGELDAUTOMAT

Der Automat um die Ecke wirkt wie ein fester Teil der Stadt. Die Zahlen der Bundesbank zeigen etwas anderes.

WIE VIELE GELDAUTOMATEN GIBT ES NOCH IN DEUTSCHLAND?

In Deutschland gibt es noch etwa 51.000 Geldautomaten – vor wenigen Jahren waren es rund 59.000, zeigt die Bundesbank. Kein Gesetz, keine Behörde steckt dahinter: Automat für Automat, aus wirtschaftlichen Gründen der Betreiber. Der Ort, an dem du an dein Geld kommst, wird seltener – in kleinen Schritten, die sich erst in der Summe zeigen.

Manche Schritte sind alles andere als klein. 2022 wurden 496 Geldautomaten gesprengt – ein Höchststand. Oft bleibt von der Filiale nur eine notdürftig verschlossene Fassade. Betreiber reagieren wie auf jedes Sicherheitsrisiko: Automaten werden nachts abgeschaltet oder stillgelegt, mancher Standort öffnet danach nicht wieder. Die Statistik zählt am Ende nur die Sprengung – nicht die Wand, die leer bleibt.

Die Bundesbank zieht sich auch selbst zurück: Anfang der 1990er unterhielt sie rund 200 eigene Filialen, 2002 noch 118, heute 31 – jede geschlossene Filiale verlängert die Wege der Werttransporter. Im Februar 2024 gründete sie deshalb das Nationale Bargeldforum, um Bargeldzugang mit Kreditwirtschaft und Handel dauerhaft zu sichern. Ein Forum ersetzt keine Filiale, es zeigt nur: Das Problem ist inzwischen offiziell benannt.

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Die Bundesbank misst im Schnitt 1,4 Kilometer bis zum nächsten Bargeldbezugspunkt. Ein Durchschnitt sagt nichts über den einzelnen Ort: 3,6 Millionen Menschen haben keinen Bezugspunkt mehr in der eigenen Gemeinde, 15 Prozent empfinden den Zugang als schwierig. Ohne eigenes Auto wird der Bankbesuch zum Termin – abhängig vom Bus, der einmal am Tag kommt. Wer den verpasst, hat morgen noch eine Chance. Wer kein Bargeld mehr im Haus hat, wenn die Miete fällig ist, nicht.

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Eine verpasste Chance lässt sich nachholen, ein leeres Portemonnaie am Fälligkeitstag nicht so einfach. Das heißt nicht: horten oder in Krisenkategorien denken. Es reicht, den eigenen Zugang nicht als selbstverständlich zu behandeln – den nächsten Automaten kennen und nutzen, bevor er nur noch auf dem Papier existiert. Eine Gewohnheit, kein Projekt.

Jeder Griff zum Automaten ist eine kleine Stimme dafür, dass es diesen Zugang auch morgen noch gibt:

Automaten leben von Nutzung, nicht von Nostalgie. Niemand verlangt von dir, deine Gewohnheiten umzustellen, aber du weißt jetzt, was dahintersteht.

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